Sanierung Kugelfang Rütimatt
Die Schiessanlage Rütimatt lässt sich bis ins Gründungsjahr der Schützengesellschaft Mirchel 1893 zurückverfolgen. Seit 1924 war der Zeigerstand mit fünf bzw. sechs Scheiben in Betrieb. Im Jahr 2006/2007 wurde der Schützenverein aufgelöst und die Anlage stillgelegt. Sie stand somit über 110 Jahre im Dienst.
Grundsätzlich müssen stillgelegte Schiessanlagen innert weniger Jahre zurückgebaut und altlastenrechtlich saniert werden. Der Gemeinderat liess im Jahr 2019 eine technische und historische Voruntersuchung inkl. Sanierungskonzept erarbeiten. Aufgrund der genommenen Bodenproben ist von einer Belastung des Kugelfangs mit sieben Tonnen Blei und 130 kg Antimon auszugehen. Durch eine im Nationalrat hängige Motion zum neuen Umweltschutzgesetz verzögerte sich die Ausführung seit der Untersuchung weiter.
Das Amt für Abwasser, Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA) hat die Voruntersuchung zur Kenntnis genommen und die Sanierungsziele definiert. Diese liegen bei einer Restbelastung von 200 mg Blei/kg Boden im Landwirtschaftsland und 500 mg Blei/kg Boden im angrenzenden Waldbereich. Damit kann eine Gefährdung des Grundwassers und des eingedolten Baches praktisch ausgeschlossen werden und eine Bewirtschaftung des Landes ist wieder möglich.
Der Gemeinderat hat am 19. Dezember 2024 das Ingenieur- und Geologiebüro Kellerhals + Haefeli AG, Bern, mit der Begleitung der Sanierung des Kugelfangs beauftragt und dafür einen Verpflichtungskredit von CHF 29'000 gesprochen. Inzwischen wurden diverse Abklärungen vorgenommen und das Baugesuchsverfahren durchgeführt. Die Ausführung der Arbeiten wurden in einem Submissionsverfahren vergeben, in welchem die Firma Stämpfli AG, Langnau i. E., den Zuschlag erhielt.
Der Sanierungsperimeter erstreckt sich über eine Länge von 48m und eine Breite von 24m plus ein kleines Stück im Wald. Von da wird eine Baupiste zu einem Umschlagplatz gebaut, welcher an der Brunnmattstrasse errichtet wird. Darauf wird die Erde vermessen, nach Belastung sortiert und dann zu Bodenwaschanlagen oder Deponien abtransportiert. Der Zeigerstand wird so zurückgebaut, dass bis in 1m Tiefe keine Betonteile mehr im Boden verbleiben. Sollte dies nicht möglich sein, wird der ganze Zeigerstand restlos entfernt.
Die Gemeindeversammlung genehmigte am 27. November 2025 einen Verpflichtungskredit von CHF 240'000 für die Sanierung des Kugelfangs. Dabei ist mit Subventionen von Bund und Kanton in der Höhe von rund CHF 146'400 zu rechnen.
Die Arbeiten haben am 20. April 2026 gestartet und kommen gut voran. Aktuell werden die Aushubarbeiten fertiggestellt und Bodenproben entnommen. Wenn bei allen Proben die Sanierungsziele erreicht sind, wird der Rückbau des Zeigerstandes in Angriff genommen. Sofern alles reibungslos verläuft, ist mit einem Ende der Bauarbeiten per Ende Juni 2026 zu rechnen. Während der Bauphase ist mit vermehrten Schwerverkehr im Gmeis zu rechnen.
Nach Abschluss der Arbeiten wird der Boden neu angesät, um eine spätere landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.